Milchstau lösen – Wie gehe ich vor?
Ruhe, Ruhe, Ruhe
Nicht selten ist Stress der Auslöser für einen Milchstau. Aus diesem Grund solltest du dir beim Auftreten der Beschwerden viele Ruhepausen gönnen. Am besten machst du es dir im Bett oder auf dem Sofa bequem. Hast du bereits größere Kinder, ist das natürlich nicht immer so einfach. Versuche nach Möglichkeit Unterstützung von Familie und Freunden anzunehmen.
Häufiges Stillen
Damit sich der Milchstau löst, ist es wichtig, dass die Brust gründlich entleert wird. Niemand kann das besser als dein Baby. Lege es darum häufig an und stille vorzugsweise an der betroffenen Brust. Sollte dies starke Schmerzen bei dir verursachen, kannst du dein Baby auch zuerst an der gesunden Brust anlegen, bis der Milchspendereflex ausgelöst wird, und dann zur Brust mit dem Milchstau wechseln.
Ganz wichtig: Wie bereits erwähnt, ist Entspannung bei der Behebung eines Milchstaus von großer Bedeutung. Das gilt besonders für die Zeit während des Stillens. Achte darum auf eine bequeme Stillposition und stütze deinen Körper ausreichend mit Kissen. Das wird nicht nur deinem Allgemeinbefinden guttun, auch dein Milchspendereflex wird dadurch besser ausgelöst.
Beachte: Nach einer Mastitis ist die Muttermilchproduktion in der betroffenen Brust oft kurzfristig stark herabgesetzt. Die Milchmenge wird aber schnell wieder mehr, wenn die Entzündung abgeklungen ist.
Auf eine gute Anlegetechnik achten
Vergewissere dich, dass dein Baby das Brustgewebe gut erfasst. Wichtig: Es sollte immer auch einen Teil des Warzenvorhofs im Mund haben und nicht nur an der Brustwarze saugen. Um den Milchstau effektiv zu lösen, ist es sinnvoll, das Baby so anzulegen, dass sein Kinn zu der betroffenen Stelle zeigt. Da sich der Milchstau häufig im oberen äußeren Bereich der Brust befindet, ist es nicht immer ganz einfach, eine passende Stillposition zu finden. Hilfreich kann beispielsweise der Rückengriff (auch Footballposition genannt) sein. Hierbei kann dir deine Hebamme oder Stillberaterin helfen.
Wärmen vor dem Stillen
Wärme kann helfen, den Milchfluss anzuregen und somit die gestaute Muttermilch abfließen zu lassen. Aus diesem Grund ist es ratsam, die Brust vor dem Stillen zu wärmen. Ideal ist feuchte Wärme. Lege dir beispielsweise warme feuchte Wickel auf die Brust oder lasse unter der Dusche warmes Wasser über deine Brust laufen.
Kühlen nach dem Stillen
Schmerzen und Entzündungen können durch Kühlen gelindert werden. Darum ist es hilfreich, deine Brust nach dem Stillen zu kühlen, beispielsweise mittels Kühlpads (Achtung: Bitte Kühlpads nur aus dem Kühlschrank verwenden und diese in eine saubere Mullwindel einwickeln. Es ist wichtig, auf Hygiene zu achten und darauf, dass es nicht zu kalt ist, um Erfrierungen mit der Haut vorzubeugen).
Hausmittel zum Kühlen der Brust bei Milchstau:
Sowohl Quarkwickel als auch Weißkohlblätter haben nicht nur eine kühlende, sondern auch eine entzündungshemmende Wirkung.
Quarkwickel: Den Quark streichst du auf zwei Blatt Küchenrolle aus, klappst diese zusammen und legst sie dann auf die betroffene Region der Brust. Spare dabei bitte die Brustwarze aus, Quark ist nicht steril. Wenn der Quark bröslig wird, hat er keine Wirkung mehr. Darum solltest du die Quarkwickel nach etwa 20 Minuten wieder abnehmen. Möchtest du erneut an dieser Brust stillen, so wasche diese bitte vorher mit lauwarmem Wasser ab, sonst zeigt sich das Baby irritiert durch den veränderten Geruch der Brust aufgrund der Milchsäure des Quarks.
Weißkohlblätter: Entferne zunächst die dicke Mittelrippe. Anschließend walzt du die Kohlblätter mit einem Nudelholz (alternativ mit einer gefüllten Wasserflasche) aus. Hierdurch werden die Blätter nicht nur weich, es treten auch die entzündungshemmenden Wirkstoffe des Kohls aus. Die Weißkohlblätter legst du dir dann auf deine Brust bzw. verwendest sie wie eine Stilleinlage in deinem BH.
Wichtig: Egal, womit du deine Brust kühlst, achte darauf, die Brustwarze auszusparen.
Brust per Hand oder mit der Milchpumpe entleeren
Dein Baby kann die Brust am besten entleeren. Was aber, wenn das Kleine gerade jetzt partout nicht trinken will oder sich die Brust auch nach dem Stillen noch sehr gespannt anfühlt? In diesem Fall kann es sinnvoll sein, die Milch per Hand auszustreichen. Gegebenenfalls kannst du auch etwas Milch mit einer Pumpe abpumpen, um das Druckgefühl zu lindern. Aber Achtung: Durch die zusätzliche Entleerung wird die Milchproduktion angeregt. Eine gesteigerte Milchmenge kann wiederum das Risiko für weitere Milchstaus erhöhen. Pumpe darum nur so lange ab, bis das Spannungsgefühl in der Brust nachlässt.
Vorsicht mit Brustmassagen
Oftmals wird empfohlen, die Brust bei einem Milchstau von der gestauten Stelle zur Brustwarze hin zu massieren, um die Stauung zu lösen. Dies kann zwar helfen, birgt aber auch die Gefahr, dass durch eine zu starke Massage Verletzungen und Entzündungen oder sogar Abszesse entstehen können. Gehe aus diesem Grund bitte sehr vorsichtig und behutsam vor, wenn du deine Brust massieren möchtest. , Eventuell kannst du auch nur an der betroffenen Brust massieren, während dein Baby gerade an dieser trinkt, um eine vollständige Entleerung zu gewährleisten.
Öffnen eines überhäuteten Milchgangs
Manchmal ist die Ursache für den Milchstau ein verstopfter Milchkanal. Dabei bildet sich ein Häutchen über dem Milchgang, was als kleiner weißer oder gelblicher Punkt (Milchbläschen) auf der Brustwarze sichtbar ist. Oft öffnet sich das Milchbläschen von ganz alleine beim Stillen wieder. Tipp: Lege vor dem Stillen eine feuchtwarme Kompresse oder einen Kamillenteebeutel auf die Brustwarze. Hierdurch öffnet sich das Bläschen leichter. Hilft dies nicht, so kann das Häutchen durch eine sterile Kanüle angeritzt werden.
Schmerzmittel
Hast du starke Schmerzen durch den Milchstau, so kannst du herkömmliche Schmerzmittel wie etwa Paracetamol oder Ibuprofen einnehmen. In den üblichen Dosierungen sind diese auch in der Stillzeit unbedenklich. Bist du dir unsicher, so hole vor der Einnahme am besten ärztlichen Rat ein oder wende dich an deine Hebamme.